Ausstellung Gisela Andersch in der Galerie MERIDIAN, Zürich

Ausstellung Gisela Andersch in der Galerie MERIDIAN, Zürich

Ausstellung Gisela Andersch in der Galerie MERIDIAN, Zürich

vom 16. März bis 18. Mai 2019

Wir freuen uns, fünf Jahre nach der Doppelausstellung Gisela und Alfred Andersch im Literaturmuseum Strauhof, die das kongeniale Arbeiten der Künstlerin und des Schriftstellers Andersch eindrucksvoll präsentierte, jetzt mit einer Einzelausstellung das Werk der Künstlerin Gisela Andersch zu würdigen. Zur Ausstellung wird ein Katalog erscheinen, der einen Überblick über das Werk von Gisela Andersch gibt und gleichzeitig Verkaufsangebote enthält. Beides mit dem Ziel, das authentische und kohärente Werk dieser konsequenten und energischen Künstlerin mit neuer Lebendigkeit zu erfüllen. Eine Lebendigkeit, die in der Verbindung der Rezeption mit dem Verständnis des Schaffensprozesses besteht. Wie Wolfgang Hildesheimer 1960 anlässlich einer Ausstellungseröffnung über die Bilder von Gisela Andersch sagte: „Sie erregen den, der den Entstehungsprozeß nacherlebt.“

Am künstlerischen Anfang der 1913 in Wuppertal geborenen Gisela Dichgans standen Landschafts- und Menschenporträts aus der Eifel, in der sie die Zeit des Weltkrieges überlebte. Bekannt wurde sie mit gebrauchsgraphischen Arbeiten für Publikationen von Alfred Andersch, den sie 1950 geheiratet hatte. Vor allem die Gestaltung der Buchreihe „Studio Frankfurt“ Anfang der 50er Jahre fand größere Aufmerksamkeit. Ihre erste große eigene Ausstellung hatte sie 1957 im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart. In einer Einführung zu einer weiteren Ausstellung 1966 im Wuppertaler Von der Heydt-Museum schrieb der Kunsthistoriker Hans Ludwig Cohn Jaffé: „Der Ausgangspunkt der Entwicklung im Werke Gisela Anderschs ist das künstlerische Klima des Bauhaus, des Brennpunktes künstlerischer Geistigkeit in den Jahren vor Hitlers ,Machtergreifung’, und eben darum sofort von den Nazis verboten und geschlossen. Die Künstlerin war nie Schülerin dieses so überaus bedeutenden Instituts – dazu war sie zu jung -, aber sie hat vom Geiste des Bauhaus manches mitbekommen: die geistige Sauberkeit vor allem in der Behandlung von Formproblemen und den Widerstand gegenüber einer übertriebenen Akzentuierung des subjektiven Temperaments. Malerei ist für Gisela Andersch nicht ein Sich-Ausleben des Künstlers, sondern ein stets erneuerter Versuch, den Gesetzen, die unsere Umwelt und uns selbst beherrschen, sichtbare Form zu verleihen.“ Das geistige Klima der remilitarisierten Bundesrepublik ließen Gisela und Alfred Andersch 1958 in die Schweiz übersiedeln. Der kleine Ort Berzona im Tessin, durch Ursprünglichkeit und intellektuelle Nachbarschaft geprägt, wurde die nächsten drei Jahrzehnte der Ort ihres konzentrierten künstlerischen Schaffens. 1977 nahm Gisela Andersch mit ihren Zeichnungen an der documenta 6 teil. Wieland Schmied, der die dortige Abteilung „Handzeichnungen“ kuratierte, hatte schon 1974 liebevoll über ihre Zeichnungen geschrieben: „In den Tuschzeichnungen feierte diese Hand Triumphe. Nie zuvor, meinen wir, sind organische Kräfte und konstruktiver Geist eine so zärtliche, so natürliche Verbindung eingegangen. Schmerz, -mein Schmerz nicht mehr -, Poesie und Geometrie sind es, die hier zueinander gefunden haben, die gemeinsam ihr Lied anstimmen.“ Seit dem Tod von Gisela Andersch in Berzona 1987 waren Werke von ihr in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz zu sehen. Erstmals werden bei der aktuellen Ausstellung in der Galerie MERIDIAN, Zürich ihre wesentlichen Bilder auch zum Verkauf angeboten.

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage mit einem einleitenden Vortrag von Peter Erismann
am 16. März 2019 um 16 Uhr in die Galerie MERIDIAN, Kirchgasse 30, 8001 Zürich ein.